Marcel Müller (Eishockey): Nationalstürmer der Freezers
Marcel Müller kam 2015 als Nationalstürmer zu den Hamburg Freezers und blieb nur eine Saison. Stationen, Zahlen 2015/16 und wo der Berliner heute spielt.
Der erste Neuzugang der Hamburg Freezers für die Saison 2015/16 stand am 28. April 2015 fest: Marcel Müller, Nationalstürmer aus Berlin, 26 Jahre alt, Vertrag bis 2018. Im deutschen Eishockey hatte er da schon einen Meistertitel, Olympia und drei NHL-Spiele hinter sich. Er brachte 22 Treffer und 20 Vorlagen aus der Vorsaison mit und bekam die Rückennummer 40. Die Lokalpresse sprach vom Königstransfer. Er blieb eine Spielzeit, danach gab es den Club nicht mehr.
Hier folgt seine Laufbahn im Eishockey in sieben Etappen, von der Jugend in Mannheim bis zum Aufstieg mit Krefeld 2026. Die Zahlen stammen aus der DEL-Statistik, aus Wikipedia und aus archivierten Meldungen jener Jahre.
Marcel Müller auf einen Blick
- Geboren: 10. Juli 1988 in Berlin
- Position: linker Flügel, Linksschütze, 194 cm, 104 kg
- In Hamburg: 2015/16, Rückennummer 40
- Nationalmannschaft: Olympia 2010, WM 2010 und 2011
- NHL: drei Einsätze für die Toronto Maple Leafs (2011)
- Heute: Angreifer der Krefeld Pinguine, seit 2026 wieder in der DEL
Etappe 1: Wie Marcel Müller zum Eishockey-Nationalspieler wurde (2003–2010)
Gelernt hat Müller das Spiel im Nachwuchs des BSC Preussen in Berlin. Mit 15 wechselte er zu den Jungadlern Mannheim und wurde dort 2004 und 2005 Meister der Deutschen Nachwuchsliga. Zur Saison 2005/06 holten ihn die Eisbären Berlin zurück in die Heimatstadt. 2006 wurde er mit 17 Jahren Deutscher Meister. Viel Anteil hatte er daran nicht: 24 DEL-Einsätze, zwei Scorerpunkte. Bei den Eisbären stand er bis 2007 unter Vertrag, dazu kamen Einsätze für die Eisbären Juniors in der Oberliga.
Im Sommer 2007 wechselte er zu den Kölner Haien, weil er dort mehr Eiszeit bekam. Köln erreichte 2008 das DEL-Finale und verlor es ausgerechnet gegen die Eisbären. Den Durchbruch schaffte er 2009/10: 24 Tore und 32 Vorlagen in 53 Partien, zweitbester Scorer der Haie und bester Vorlagengeber im Team.
Im selben Winter fuhr er mit der Nationalmannschaft zu den Olympischen Spielen nach Vancouver (4 Spiele, 2 Vorlagen). Im Mai 2010 folgte die Heim-WM, die Deutschland auf Platz vier abschloss. Bei der WM 2011 stand er erneut im Kader.
Etappe 2: NHL-Versuch und Schweden (2010–2013)
Im Juli 2010 unterschrieb Müller einen Einstiegsvertrag über zwei Jahre bei den Toronto Maple Leafs. Sein NHL-Debüt gab er am 15. Januar 2011 gegen die Calgary Flames, als erster gebürtiger Berliner in der besten Liga der Welt. Es blieb bei drei Einsätzen. Die meiste Zeit verbrachte er beim Farmteam Toronto Marlies, für das er 130 Partien in der AHL absolvierte, 2012 sogar in der Finalserie um den Calder Cup.
Danach wechselte er für eine Saison zu MODO Hockey in die schwedische Elitserien. Bei MODO absolvierte er 53 Hauptrundenspiele mit acht Toren. Im Februar 2013 stand er für Deutschland in der Olympia-Qualifikation für Sotschi auf dem Eis.
Etappe 3: Köln-Aus und Neustart in Krefeld (2013–2015)
Ab Juni 2013 stand Müller wieder in Köln unter Vertrag, 2014 wurde er mit den Haien Vizemeister. Im Herbst 2014 stellte ihn der Club nach drei Saisonspielen frei. Am 21. November 2014 nahmen ihn die Krefeld Pinguine unter Vertrag.
In Krefeld traf er in 32 Hauptrundenspielen 19 Mal und kam auf 35 Zähler, so viele Tore wie kein anderer Pinguin in dieser Saison. Rechnet man Play-offs und die drei Kölner Partien dazu, ergeben sich genau die 22 Tore und 20 Vorlagen, mit denen die Freezers ihn im April 2015 vorstellten.
Etappe 4: Der Wechsel zu den Hamburg Freezers im April 2015
Sportdirektor Stéphane Richer präsentierte ihn als ersten Neuzugang für 2015/16. Er kam mit Vertrag bis 2018 und dem Ruf eines Power Forwards, also eines großen, körperbetonten Stürmers, der auch passen kann.
Entsprechend groß waren die Erwartungen, und die Vorbereitung gab ihnen recht. Laut Hamburger Abendblatt war er nach sechs Testspielen Topscorer des Teams und stürmte in einer Reihe mit Thomas Oppenheimer und Philippe Dupuis. Beide hatten 2011/12 zur Organisation der Toronto Maple Leafs gehört, und Dupuis hatte Müller 2013 als einen derjenigen genannt, die ihm zum Wechsel nach Hamburg geraten hatten. Trainer war Serge Aubin, zum Beginn der Saison stand am 11. September 2015 ein Heimspiel gegen Ingolstadt an.

Etappe 5: Die Saison 2015/16 in Zahlen
Nach einem ordentlichen Start wurde es zäh. Nach 42 Partien hatte der Angreifer sechs Treffer und 18 Vorlagen, drei davon ins leere Netz. Für das Heimspiel gegen Augsburg am 17. Januar 2016 strich ihn Aubin aus dem Kader. Den Erwartungen lief er hinterher, und das wusste er selbst. Im Abendblatt sagte er im Februar: „Ich bin selbst nicht zufrieden mit dem, was ich in den vergangenen Monaten gezeigt habe.“
Zum Ende der Hauptrunde standen laut DEL-Statistik der Hauptrunde 2015/16 diese Werte:
| Wert | Marcel Müller 2015/16 |
|---|---|
| Spiele | 50 |
| Tore | acht |
| Vorlagen | 18 |
| Scorerpunkte | 26 |
| Strafminuten | 55 |
| Plus/Minus | −7 |
Damit war er gemeinsam mit Mathieu Roy viertbester Scorer der Mannschaft, hinter Dupuis und Jerome Flaake (je 35) und Oppenheimer (34). Das Team wurde Elfter der DEL und verpasste die Play-offs.
Einen Fehlgriff würde ich den Transfer trotzdem nicht nennen, denn 26 Zähler bedeuteten Rang vier im Kader. Gemessen an den 35 Zählern in 32 Krefelder Partien blieb er allerdings klar unter dem, wofür Hamburg ihn geholt hatte.
Für die Nationalmannschaft lief er auch als Hamburger Spieler auf, im November 2015 beim Deutschland Cup.
Etappe 6: Das Aus 2016 und die Jahre danach
Am 24. Mai 2016 verzichtete Eigentümer AEG auf die DEL-Lizenz, die Hintergründe stehen im Kapitel das Aus der Freezers 2016. Müllers Vertrag bis 2018 war damit hinfällig, im Juni 2016 kehrte er nach Krefeld zurück. Wohin die übrigen Spieler gingen, steht in der Übersicht zur nie gespielten Saison 2016/17.
So ging es weiter:
- 2016/17: Krefeld, 37 Punkte in 43 DEL-Einsätzen. Krefeld verpasste die Play-offs, Mitte Februar 2017 wechselte er bis Saisonende zum Linköping HC in die SHL.
- 2017/18: zurück in Krefeld, 24 Tore und 52 Zähler. Zweitbester Scorer der gesamten DEL hinter Keith Aucoin, danach Leihe zu Leksands IF.
- April 2018: Knorpelschaden im Knie, zugezogen in einem Länderspiel gegen Frankreich. Die WM in Herning fand ohne ihn statt, der DEB meldete das am 1. Mai 2018.
- 2018 bis 2022: Kölner Haie. Wegen des Knorpelschadens verpasste er die komplette Saison 2018/19, eine entzündete Patellasehne ließ zeitweise sogar das Karriereende befürchten. Sein Comeback gab er am 11. Oktober 2019, im November 2019 wurde er DEL-Spieler des Monats.

Olympia-Silber 2018: War Marcel Müller dabei?
Nein, und die Verwechslung liegt nahe. Im Dezember 2017 hoffte er laut Berliner Morgenpost noch auf einen Platz im Olympiateam. Im Kader, der im Februar 2018 in Pyeongchang Silber gewann, standen dann Jonas Müller und Moritz Müller, er selbst nicht. Seine Olympia-Bilanz bleibt Vancouver 2010 mit Platz elf.
Etappe 7: Wo spielt Marcel Müller heute?
Im Mai 2022 unterschrieb er in Krefeld für drei Jahre, obwohl die Pinguine gerade in die DEL2 abgestiegen waren. 2022/23 wurde er mit 70 Punkten Topscorer der DEL2-Hauptrunde. Im Juli 2023 zog er eine Klausel, die ihm den Wechsel zu einem DEL-Club erlaubte, und schloss sich den Straubing Tigers an. Ende Januar 2025 holte ihn Krefeld zurück.
2025/26 gewann er mit den Pinguinen die DEL2-Meisterschaft und damit den sportlichen Aufstieg, selbst kam er auf 51 Punkte in 50 Hauptrundenspielen. In der DEL-Saison 2026/27 steht der Stürmer mit 38 Jahren und der Rückennummer 9 im Krefelder Kader. Zur Einordnung: Es ist seine fünfte Station bei den Pinguinen, zu keinem anderen Club ist er so oft zurückgekehrt. Ob er seine Karriere dort beenden will, hat er öffentlich nicht gesagt.
Kernaussagen zur Karriere
- Erster Neuzugang der Freezers für 2015/16, verpflichtet am 28. April 2015, Nummer 40.
- In Hamburg 50 DEL-Spiele, acht Tore, 18 Vorlagen; das Team wurde Elfter.
- Nach dem Aus des Clubs spielte er in Krefeld, Schweden, Köln und Straubing.
- Kein Olympia-Silber 2018: Seine großen Turniere waren Olympia 2010 und die WM-Turniere 2010 und 2011.
Weitere Profile ehemaliger Freezers findest du in der Spielerübersicht.
Statistik in Hamburg
| Saison | Wettbewerb | Sp. | Tore | Assists | Punkte |
|---|---|---|---|---|---|
| 2015/16 | DEL-Hauptrunde | 50 | 8 | 18 | 26 |
Karriere vor und nach Hamburg
Davor
- Jungadler Mannheim (DNL), 2003–2005
- Eisbären Berlin (DEL), 2005–2007
- Kölner Haie (DEL), 2007–2010
- Toronto Marlies (AHL) / Toronto Maple Leafs (NHL), 2010–2012
- MODO Hockey (Elitserien), 2012–2013
- Kölner Haie (DEL), 2013–2014
- Krefeld Pinguine (DEL), 2014–2015
Danach
- Krefeld Pinguine (DEL), 2016–2017
- Linköping HC (SHL), 2017
- Krefeld Pinguine (DEL), 2017–2018
- Leksands IF (HockeyAllsvenskan), 2018
- Kölner Haie (DEL), 2018–2022
- Krefeld Pinguine (DEL2), 2022–2023
- Straubing Tigers (DEL), 2023–2025
- Krefeld Pinguine (DEL2, ab 2026 DEL), seit 2025
Heute: Er spielt seit Januar 2025 wieder für die Krefeld Pinguine, wurde mit ihnen 2026 DEL2-Meister und steht nach dem Aufstieg 2026/27 mit der Nummer 9 im DEL-Kader.
Häufige Fragen
Hat Marcel Müller in der NHL gespielt?
Ja. Nach seinem Wechsel zu den Toronto Maple Leafs im Juli 2010 gab er am 15. Januar 2011 gegen Calgary sein NHL-Debüt. Insgesamt kam er auf drei NHL-Einsätze, die übrige Zeit spielte er für das Farmteam Toronto Marlies in der AHL.
Welche Rückennummer trug Marcel Müller bei den Hamburg Freezers?
In Hamburg trug er 2015/16 die Nummer 40. Bei den Krefeld Pinguinen läuft er in der Saison 2026/27 mit der Nummer 9 auf.
Warum spielte Marcel Müller nur eine Saison in Hamburg?
Sein Vertrag lief eigentlich bis 2018. Weil Eigentümer AEG am 24. Mai 2016 auf die DEL-Lizenz verzichtete, endete er vorzeitig, und Müller kehrte im Juni 2016 nach Krefeld zurück.
Bei welchen großen Turnieren spielte Marcel Müller für Deutschland?
Bei den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver und bei den Weltmeisterschaften 2010 und 2011, dazu 2013 in der Olympia-Qualifikation. Die WM 2018 verpasste er wegen einer Knieverletzung.
Quellen
- Hamburg Freezers (Archiv): Erster Neuzugang steht fest: Marcel Müller wechselt nach Hamburg, 28.04.2015
- PENNY DEL: Topscorer Hauptrunde 2015/16
- Hamburger Abendblatt: Marcel Müller ist der neue Star der Freezers, 05.09.2015
- Hamburger Abendblatt: Marcel Müller will endlich spielen wie ein Königstransfer, 19.02.2016
- Krefeld Pinguine (Archiv): Marcel Müller kehrt nach Krefeld zurück, Juni 2016
- Berliner Morgenpost: Der beste Berliner sucht ein neues Zuhause, 13.12.2017
- Deutscher Eishockey-Bund: Nationalmannschaft ohne Marcel Müller zur WM, 01.05.2018
- Wikipedia (de): Olympische Winterspiele 2018/Eishockey (Herren)/Kader
- Sportschau: Kader Krefeld Pinguine, DEL 2026/27
- Wikipedia (de): Marcel Müller
- Wikipedia (en): Marcel Müller
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