Hamburg Freezers 2011/12: Aubin, Curry und Platz 5
Hamburg Freezers 2011/12: Platz 5 mit 83 Punkten, Viertelfinale gegen Mannheim, Neuzugänge Aubin und Curry. Die Saison nach dem Umbruch in acht Fragen.
Die Hamburg Freezers 2011/12 holten 14 Punkte mehr als im Vorjahr und standen wieder in den Play-offs. Dabei war es fast eine neue Mannschaft. Ein Jahr zuvor hatte der Club Platz 11 belegt und danach elf Spieler sowie Kapitän Alexander Barta verabschiedet.
Es war die zehnte DEL-Saison seit dem Umzug der München Barons an die Elbe im Jahr 2002. Sportdirektor Stéphane Richer baute im Frühjahr und Sommer 2011 um, Trainer Benoît Laporte bekam damit seine erste komplette Saison in Hamburg.
Am Ende standen Platz 5 in der Hauptrunde und ein Viertelfinale gegen die Adler Mannheim. Hier gehe ich die Fragen durch, die zu dieser Spielzeit am häufigsten gestellt werden. Die Zahlen stammen aus der Abschlusstabelle der Deutschen Eishockey Liga (DEL) und aus den Kaderstatistiken.
Auf welchem Platz landeten die Hamburg Freezers 2011/12?
Die Hamburg Freezers beendeten die Hauptrunde der Deutschen Eishockey Liga auf Platz 5 von 14 Teams, mit 83 Punkten aus 52 Spielen. Das reichte für die direkte Qualifikation zum Viertelfinale, die Pre-Play-offs der Plätze 7 bis 10 blieben der Mannschaft erspart. Direkt dahinter lagen die Straubing Tigers mit 80 Punkten, der EHC München verpasste als Elfter der DEL mit 72 Punkten sogar die Pre-Play-offs. Die Abschlusstabelle im Statistik-Archiv der DEL führt die Freezers mit 149:149 Toren, also mit exakt ausgeglichener Tordifferenz.
| Kennzahl | Hauptrunde 2011/12 |
|---|---|
| Platzierung | 5 von 14 |
| Punkte | 83 (Platz 4 Mannheim: 90) |
| Siege | 22 nach 60 Minuten, 3 nach Verlängerung, 3 im Penaltyschießen |
| Niederlagen | 19 nach 60 Minuten, 2 nach Verlängerung, 3 im Penaltyschießen |
| Tore | 149:149 |
| Heimbilanz | 14 Siege, 4 n. V., 3 n. P., 5 Niederlagen |
| Auswärts | 8 Siege, 2 n. V., 2 n. P., 14 Niederlagen |
Auffällig ist der Unterschied zwischen Heim- und Auswärtsspielen. In der o2 World verloren die Freezers nur fünf Partien nach regulärer Spielzeit, auf fremdem Eis vierzehn. Manche Saisonübersichten nennen für diese Spielzeit Platz 4. In der Abschlusstabelle stehen vorn aber die Eisbären Berlin (95 Punkte), der ERC Ingolstadt (93), Grizzly Adams Wolfsburg (91) und Mannheim (90).
Welche Neuzugänge holten die Freezers für die Saison 2011/12?
Der Umbau begann schon im März 2011, kurz nach dem letzten Hauptrundenspiel der Saison 2010/11. Die Verpflichtungen in der Reihenfolge der Vereinsmeldungen:
- 18. März 2011: Rob Collins (33) kommt von den DEG Metro Stars, Vertrag bis 2013. Der Kanadier aus Peterborough spielte 2005/06 achtmal für die New York Islanders in der NHL und brachte 291 DEL-Spiele mit 273 Punkten mit.
- 28. März 2011: Center Serge Aubin kommt von Fribourg-Gottéron aus der Schweiz, Vertrag bis 2012. Der kanadische Eishockeyspieler hatte für Colorado, Columbus und Atlanta 396 Spiele in der National Hockey League bestritten, Hauptrunde und Play-offs zusammengerechnet.
- 14. April 2011: Die dänischen Nationalspieler Daniel Nielsen (Verteidiger, Herning Blue Fox) und Jesper Jensen (Stürmer, Frederikshavn) unterschreiben bis 2012.
- 16. Juni 2011: Torhüter John Curry (27) kommt aus der American Hockey League (AHL) von den Wilkes-Barre/Scranton Penguins, dem Farmteam der Pittsburgh Penguins. Er trägt die Rückennummer 36.
- 27. Dezember 2011: Stürmer Ryan Stone (26) wechselt mitten in der Saison von TPS Turku aus Finnland an die Elbe, mit Vertrag bis zum Ende der Saison und der Nummer 85. Die Pittsburgh Penguins hatten ihn 2003 gedraftet, in der NHL kam er auf 35 Spiele für Pittsburgh und Edmonton.
Die Pressemitteilung zu Aubin nannte ihn als Führungsspieler neben Collins, Patrick Traverse und Christoph Schubert. Mehr zu seinem Weg vom Center zum Cheftrainer steht im Profil von Serge Aubin.
Wer war 2011/12 Trainer der Hamburg Freezers?
An der Bande stand Benoît Laporte. Der kanadische Eishockeytrainer hatte das Amt im Dezember 2010 von Stéphane Richer übernommen, der bis dahin Trainer und Sportdirektor in einer Person war und danach als Sportdirektor weitermachte. Laporte kannte die Liga: Mit den Nürnberg Ice Tigers war er nach der Hauptrunde 2007/08 Erster gewesen. Beim ERC Ingolstadt wurde er im November 2008 nach wenigen Monaten entlassen, danach trainierte er bis Oktober 2010 den HC Ambrì-Piotta in der Schweiz.
2011/12 war die erste Spielzeit, die Laporte vom ersten Spieltag an betreute. Er blieb bis September 2014. Dann wurde er entlassen, und sein Assistent Serge Aubin übernahm.
Wer stand 2011/12 im Tor der Hamburg Freezers?
Die Nummer eins war John Curry. Der US-Amerikaner hatte 2011 im Trikot der Wilkes-Barre/Scranton Penguins zusammen mit Brad Thiessen den Harry „Hap“ Holmes Memorial Award der AHL gewonnen, den Preis für das Torwart-Duo mit den wenigsten Gegentoren. Für die Pittsburgh Penguins hatte er vier NHL-Spiele bestritten, das erste am 26. November 2008 gegen die New York Islanders. Im Januar 2011 durfte er außerdem beim AHL All-Star Classic antreten.

| Torhüter | Spiele | Fangquote | Gegentorschnitt |
|---|---|---|---|
| John Curry (Nr. 36) | 42 | 91,7 % | 2,73 |
| Niklas Treutle | 12 | 92,3 % | 2,70 |
Curry gewann 22 seiner Hauptrundenspiele und blieb dreimal ohne Gegentor. Der aus Nürnberg stammende Treutle war mit damals 20 Jahren als Partner eingeplant, der Eiszeit bekommen und sich entwickeln sollte.
Laut Wikipedia wählten die Hamburger Fans Curry zum Spieler der Saison. Eine Verlängerung lehnte er im April 2012 trotzdem ab, weil er nach einer Saison in Deutschland zurück nach Nordamerika wollte. Wie es für ihn weiterging, erzählt das Porträt von John Curry.
Wer traf am häufigsten für die Freezers?
Bester Scorer war keiner der Neuen. Der US-amerikanische Eishockeyspieler Brett Engelhardt, seit 2010 in Hamburg, spielte alle 52 Hauptrundenspiele und erzielte 23 Tore, die meisten im Kader der Hamburg Freezers. Mit 16 Vorlagen kam er auf 39 Punkte. Dahinter lagen drei Spieler gleichauf, darunter die beiden jungen Deutschen Jerome Flaake und David Wolf, beide Anfang 20.
| Spieler | Spiele | Tore | Assists | Punkte |
|---|---|---|---|---|
| Brett Engelhardt | 52 | 23 | 16 | 39 |
| Jerome Flaake | 50 | 16 | 19 | 35 |
| David Wolf | 46 | 12 | 23 | 35 |
| Rob Collins | 44 | 11 | 24 | 35 |
| Garrett Festerling | 52 | 11 | 22 | 33 |
| Serge Aubin | 46 | 11 | 20 | 31 |
Ryan Stone sammelte nach seinem Wechsel elf Punkte in 21 Partien. Jesper Jensen kam in 50 Hauptrundenspielen auf fünf Tore und sechs Vorlagen, Verteidiger Daniel Nielsen auf elf Punkte. Meine Einschätzung: Der Sprung von Platz 11 auf Platz 5 lag vor allem am Tor und an der breiteren Spitze. Die Mannschaft schoss 14 Tore mehr als 2010/11 (135) und kassierte 12 weniger (161).
Warum war im Viertelfinale gegen Mannheim Schluss?
Weil die Adler Mannheim die Serie im Modus Best of Seven nach fünf Spielen mit 4:1 gewannen. Mannheim hatte die Hauptrunde als Vierter beendet und damit Heimrecht. Die Ergebnisse aus Hamburger Sicht:
- Spiel 1: 0:4
- Spiel 2: 1:8
- Spiel 3: 2:1, der einzige Hamburger Sieg
- Spiel 4: 1:3
- Spiel 5: 1:3

Laportes Team erzielte in fünf Spielen nur fünf Tore, drei davon Serge Aubin. Gegen eine Mannschaft, die in der Hauptrunde 171 Mal getroffen hatte, reicht das nicht. Curry kam in den Play-offs auf eine Fangquote von 90,9 %. Während die Freezers in die Sommerpause gingen, warf Mannheim im Halbfinale den ERC Ingolstadt mit 3:1 Siegen raus.
Wer wurde 2012 Deutscher Meister?
Die Eisbären Berlin. Der Hauptrundenerste der DEL mit 95 Punkten gab in den gesamten Play-offs nur drei Spiele ab. Im Viertelfinale fegte Berlin die Kölner Haie mit 4:0 vom Eis, im Halbfinale schlug es die Straubing Tigers mit 3:1. Das Finale gegen Mannheim endete 3:2. Damit konnte Berlin den Meistertitel aus dem Vorjahr verteidigen.
Die Überraschung der Play-offs waren die Straubing Tigers: Als Sechster der Hauptrunde warfen sie Grizzly Adams Wolfsburg mit 4:0 Siegen raus. In den Pre-Play-offs setzten sich die DEG Metro Stars gegen die Iserlohn Roosters und die Kölner Haie gegen die Augsburger Panther durch, jeweils mit 2:0. Für den EHC München, die Krefeld Pinguine, die Thomas Sabo Ice Tigers aus Nürnberg und die Hannover Scorpions war schon nach der Hauptrunde Schluss.
Wie ging es nach der Hamburger Saison 2011/12 weiter?
Der Kern blieb nicht zusammen. Curry ging zurück in die USA und unterschrieb im Oktober 2012 bei den Orlando Solar Bears in der ECHL. Jesper Jensen wechselte im Sommer 2012 zum Karlskrona HK nach Schweden, Topscorer Brett Engelhardt im Juni zu den Black Wings Linz nach Österreich. Daniel Nielsen blieb dagegen und stand auch 2013/14 noch im Kader.
Serge Aubin blieb in Hamburg, brach sich aber am 2. September 2012 in der European Trophy gegen die Eisbären Berlin den linken Daumen. Nach mehreren Operationen beendete er am 15. Januar 2013 seine Karriere. 2013/14 kehrte er als Co-Trainer an die Bande zurück, ab September 2014 war er Cheftrainer bis zum Aus im Mai 2016. Mit den Eisbären Berlin wurde er zwischen 2021 und 2026 fünfmal Meister.
Auch Rob Collins blieb dem Eishockey als Trainer erhalten, von 2024 bis 2026 war er Co-Trainer in Berlin. Den nächsten großen Schritt machte die Mannschaft in der Saison 2013/14.
Das bleibt von 2011/12
- Platz 5 mit 83 Punkten nach Platz 11 im Vorjahr
- Torhüter John Curry: 42 Spiele, 91,7 % Fangquote
- Bester Scorer Brett Engelhardt mit 39 Punkten, dahinter Flaake, Wolf und Collins mit je 35
- Aus im Viertelfinale, 1:4 gegen den späteren Finalisten Mannheim
- Deutscher Meister: Eisbären Berlin, 3:2 im Finale gegen die Adler
- Erste volle Saison mit Benoît Laporte als Trainer
Spieler dieser Saison im Archiv
Häufige Fragen
Wie viele Punkte holten die Freezers in der Hauptrunde 2011/12?
83 Punkte aus 52 Spielen, das bedeutete Platz 5 und die direkte Qualifikation für das Viertelfinale. Im Vorjahr waren es nur 69 Punkte und Platz 11.
Wie liefen die Viertelfinalspiele gegen Mannheim 2012?
Die Adler Mannheim gewannen die Serie mit 4:1. Aus Hamburger Sicht endeten die Spiele 0:4, 1:8, 2:1, 1:3 und 1:3. Mannheim erreichte später das Finale und verlor es mit 2:3 Siegen gegen die Eisbären Berlin.
Welche Spieler kamen 2011 neu zu den Hamburg Freezers?
Rob Collins (18.03.2011), Serge Aubin (28.03.2011), Daniel Nielsen und Jesper Jensen (14.04.2011) und Torhüter John Curry (16.06.2011). Am 27.12.2011 kam Ryan Stone von TPS Turku dazu.
Wie lange spielte John Curry in Hamburg?
Nur eine Saison. Curry bestritt 2011/12 42 Hauptrundenspiele mit einer Fangquote von 91,7 % und lehnte danach eine Verlängerung ab, um nach Nordamerika zurückzukehren.
Quellen
- DEL Statistik-Archiv: Hauptrunde 2011/12
- Wikipedia: DEL 2011/12
- hockeyDB: Hamburg Freezers 2011-12 (Kaderstatistik)
- Wikipedia: Serge Aubin
- Wikipedia: John Curry
- Wikipedia: Benoît Laporte
- Wikipedia: Rob Collins
- Wikipedia: Ryan Stone
- Wikipedia: Jesper Jensen
- Wikipedia: Niklas Treutle
- Internet Archive: Vereinsmeldungen hamburg-freezers.de vom 18.03., 28.03., 14.04., 16.06. und 27.12.2011
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