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Hamburg Freezers Archiv2002–2016 · und Eishockey in Hamburg heute

Jonas Liwing: Schwedischer Verteidiger der Freezers 2015/16

Jonas Liwing kam 2015 aus Iserlohn zu den Hamburg Freezers und trug dort die 46. Seine Karriere in Etappen, die Zahlen der letzten Saison und sein Verbleib.

Eishockeyschläger und Puck auf einer Spielerbank vor leerer, frisch aufbereiteter Eisfläche in einer dunklen Halle

Wie viel Spur hinterlässt ein Verteidiger, der 41 Hauptrundenspiele für einen Club bestreitet, den es danach nicht mehr gibt? Bei Jonas Liwing lässt sich das erstaunlich genau nachzeichnen, weil fast jede Station in Statistikarchiven steht. Am 18. Mai 2015 meldeten die Hamburg Freezers die Verpflichtung des Schweden: 32 Jahre alt, aus Iserlohn gekommen, Einjahresvertrag, Rückennummer 46. Zwölf Monate später gab es den Club nicht mehr.

Hier folgt seine Laufbahn in sieben Schritten, vom Nachwuchs in Stockholm bis zu den letzten belegten Einsätzen in einer schwedischen Amateurliga. Grundlage sind die Statistikarchive der DEL und von hockeyDB, die Wikipedia-Artikel in drei Sprachen und archivierte Meldungen jener Jahre. Wo sich die Quellen widersprechen, steht das dabei.

Kurzprofil: Jonas Liwing auf einen Blick

  • Geboren: 29. Januar 1983 in Stockholm
  • Position: Verteidiger, schießt rechts
  • Größe und Gewicht: 178 cm, 88 kg
  • Nachwuchs: IK Göta, dann AIK
  • Bei den Freezers: 2015/16, Rückennummer 46
  • DEL gesamt: 93 Einsätze, 6 Treffer, 30 Vorlagen, 36 Scorerpunkte

Schritt 1: Ausbildung bei AIK in Stockholm (1999 bis 2005)

Angefangen hat er beim IK Göta, mit 16 spielte er bereits für die U18 von AIK, einem der beiden großen Eishockeyclubs der Stadt. Im Winter 2001/02 war er in der J20 SuperElit, der höchsten schwedischen Juniorenliga, der punktbeste Verteidiger: 37 Scorerpunkte in 35 Partien und eine Plus-Minus-Bilanz von +51, laut deutscher Wikipedia der Bestwert der Liga.

Im Männerteam von AIK lief er ab 2002 in der Allsvenskan auf. So hieß die zweite schwedische Spielklasse damals noch, ab 2005 dann HockeyAllsvenskan. 2004/05 wechselte er zum IK Oskarshamn an die Ostseeküste und kam dort auf 24 Scorerpunkte in 44 Partien. Danach meldete sich die Elitserien.

Schritt 2: Elitserien, Innsbruck und der Titel in Rouen (2005 bis 2008)

Bei Djurgårdens IF debütierte er 2005 in der Elitserien, der höchsten schwedischen Spielklasse. Für einen AIK-Junior war das der Wechsel zum Stadtrivalen. Offensiv fiel er dort kaum auf, er kam auf 5 Zähler in 44 Partien und im zweiten Jahr auf 6 in 34.

2007 lieh ihn Djurgårdens IF an den HC Innsbruck in die österreichische EBEL aus, danach ging er für ein Jahr nach Frankreich. Die Spielzeit bei den Dragons de Rouen wurde die erfolgreichste seiner Laufbahn:

  • Französischer Meister 2008 in der Ligue Magnus
  • Sieg in der Coupe de la Ligue 2008
  • Aufnahme ins All-Star-Team der Liga
  • punktbester Verteidiger der Ligue Magnus (laut schwedischer Wikipedia)

Bei den Zahlen gehen die Quellen auseinander. hockeyDB und die englische Wikipedia führen 26 Einsätze mit 4 Treffern und 29 Vorlagen, also 33 Zähler. Die deutsche Wikipedia nennt 33 Vorlagen und 37 Zähler.

Schritt 3: Zurück bei AIK, Aufstieg und SHL (2008 bis 2014)

2008 kehrte er zu AIK zurück, das inzwischen in der HockeyAllsvenskan spielte. Nachdem AIK zwei Anläufe in der zweiten Spielklasse gebraucht hatte, gelang 2010 der Aufstieg in die Elitserien. Dort blieb er mit dem Verein vier Spielzeiten, 2012/13 als Assistenzkapitän von AIK.

Sein bestes Erstliga-Jahr hatte er 2013/14, dem ersten unter dem neuen Ligennamen SHL, mit 5 Treffern und 20 Vorlagen in 53 Partien. Zusammengerechnet stehen in Schwedens höchster Spielklasse 283 Einsätze und 81 Scorerpunkte. 2014 stieg AIK nach der Relegation erneut ab, und der Verteidiger ging mit 31 ins Ausland.

Schritt 4: Jonas Liwing in Iserlohn (2014/15)

Im Juli 2014 holten die Iserlohn Roosters den Schweden in die Deutsche Eishockey Liga, die WAZ-Plattform Der Westen meldete den Transfer am 14. Juli. Im Sauerland trug er die Nummer 3. Sein erstes DEL-Jahr war sein bestes: 52 Hauptrundenspiele, 4 Treffer, 21 Vorlagen, 25 Scorerpunkte. So steht es im Statistikarchiv der DEL.

Die Roosters wurden Sechster und verloren die Viertelfinalserie gegen den ERC Ingolstadt mit 3:4 Siegen. Liwing stand in allen sieben Partien auf dem Eis und war an vier Toren beteiligt. Ingolstadt erreichte danach das Finale und unterlag dort den Adler Mannheim, die im April 2015 Deutscher Meister wurden. Warum er Iserlohn nach einem Jahr verließ, geht aus den zugänglichen Quellen nicht hervor.

Schritt 5: Unterschrift bei den Hamburg Freezers (Mai 2015)

Am 18. Mai 2015 gaben die Freezers den Wechsel bekannt, die dpa verbreitete die Meldung unter der Zeile „Freezers verstärken Defensive mit Liwing“. Er erhielt einen Einjahresvertrag und die Nummer 46. Hamburg hatte die Vorsaison als Vierter abgeschlossen und im Viertelfinale gegen die Düsseldorfer EG verloren. Die Originalmeldung des Clubs ist im Internet Archive gesichert.

Der Kader wurde in diesem Frühjahr spürbar umgebaut. Im April hatte bereits Nationalstürmer Marcel Müller unterschrieben, im Juni kam mit Sean Sullivan ein zweiter Verteidiger aus Iserlohn dazu. Die beiden hatten 2014/15 schon gemeinsam im Iserlohner Kader gestanden.

Dunkelblaues Eishockeytrikot ohne Logo mit der weißen Rückennummer 46 an einem Haken in einer Holzkabine
Die 46 trug Liwing in seiner einzigen Hamburger Saison.

Schritt 6: Die Saison 2015/16 in Zahlen

An der Elbe kam er auf 41 der 52 Hauptrundenspiele, in elf Partien fehlte er. Die DEL-Statistik der Hauptrunde 2015/16 führt ihn mit diesen Werten:

Wert Jonas Liwing 2015/16
Spiele 41
Tore 2
Vorlagen 9
Punkte 11
Plus-Minus +7
Strafminuten 8

Für die Mannschaft von Trainer Serge Aubin lief es enttäuschend. Die Freezers wurden mit 72 Zählern Elfter. Zu den Pre-Play-offs im März 2016 fehlte ein einziger Punkt auf die Adler Mannheim, die als Zehnter noch dabei waren. Vorne lagen der EHC Red Bull München mit 94 Zählern und die Eisbären Berlin mit 92, dahinter als Dritter ausgerechnet die Iserlohn Roosters, sein altes Team. Hinter Hamburg landeten nur die Augsburger Panther, die Krefeld Pinguine und die Schwenninger Wild Wings.

Im Viertelfinale warfen die Kölner Haie die Eisbären Berlin raus, die Nürnberg Ice Tigers setzten sich gegen Iserlohn durch. Den Titel holte der EHC Red Bull München mit einem 4:0 in der Finalserie gegen die Grizzlys Wolfsburg.

Meine Einschätzung: Elf Zähler sind für einen Verteidiger, der ein Jahr zuvor bei den Roosters 25 gesammelt hatte, ein klarer Rückgang. Die Plus-Minus-Bilanz von +7 spricht dagegen für ordentliche Arbeit in der eigenen Zone.

Infografik zur Karriere von Jonas Liwing mit Zeitstrahl seiner Stationen von 1999 bis 2023 und den Zahlen der Saison 2015/16
Stationen und Hamburger Saisonbilanz von Jonas Liwing im Überblick.

Schritt 7: Das Ende der Freezers und der Weg zurück nach Schweden

Dann kam der Mai 2016. Eigentümer AEG beantragte keine Lizenz für die Saison 2016/17, die Rettungsversuche von Fans und Sponsoren scheiterten, am 24. Mai 2016 war das Aus der Hamburg Freezers besiegelt. Liwings Vertrag wäre ohnehin ausgelaufen.

Er kehrte nach Schweden zurück und verbrachte drei Jahre in der HockeyAllsvenskan, jedes Mal bei einem anderen Club:

Saison Club Spiele Punkte
2016/17 IK Oskarshamn 52 22
2017/18 Södertälje SK 48 23
2018/19 Västerås IK 51 28

Mit 36 zog es ihn 2019 noch einmal ins Ausland, zu den Sheffield Steelers in die britische Elite Ice Hockey League. Dort stehen 17 Einsätze mit einem Treffer und zwei Vorlagen in der Statistik, das letzte Spiel datiert vom 2. Februar 2020.

Nationalmannschaft: nur im Nachwuchs

Für die schwedische A-Nationalmannschaft ist kein Einsatz belegt. Liwing spielte zwischen 2000 und 2002 für die Juniorenauswahlen U17, U18 und U19. Bei der U18-Weltmeisterschaft 2001 bestritt er sechs Partien und kam auf ein Tor und eine Vorlage.

Wo ist Jonas Liwing heute?

Nach Sheffield taucht er erst wieder 2021 in der Statistik auf, bei Brödernas Hockey in der vierten und später der dritten schwedischen Division, also im Amateurbereich. Dort sammelte er 2021/22 in 22 Spielen 61 Scorerpunkte, ein Jahr später 49 in 20 Partien. Zur Einordnung: Das sind Zahlen eines ehemaligen Profis unter Hobbyspielern. Die Wikipedia führt seine aktive Zeit bis 2023.

Was er seitdem beruflich macht, ist nicht öffentlich belegt. Heute ist er 43. Weitere Profis aus dem letzten Freezers-Kader findest du in der Übersicht aller Freezers-Spieler.

Die Laufbahn in Kernpunkten

  • zehn Profivereine in fünf Ländern: Schweden, Österreich, Frankreich, Deutschland, England
  • Französischer Meister 2008 mit Rouen
  • 2010 Aufstieg mit AIK, danach 283 Einsätze in Schwedens erster Liga
  • DEL: 52 Hauptrundenspiele für die Roosters, 41 für die Freezers, zusammen 36 Scorerpunkte
  • Rückennummer 46 in der letzten Saison der Hamburg Freezers

Statistik in Hamburg

SaisonWettbewerbSp.ToreAssistsPunkte
2015/16DEL-Hauptrunde412911

Karriere vor und nach Hamburg

Davor

  • Iserlohn Roosters (DEL), 2014–2015
  • AIK (HockeyAllsvenskan/SHL), 2008–2014
  • Dragons de Rouen (Ligue Magnus), 2007–2008
  • HC Innsbruck (EBEL), 2007
  • Djurgårdens IF (Elitserien), 2005–2007
  • IK Oskarshamn (Allsvenskan), 2004–2005
  • AIK (Allsvenskan), 2002–2004

Danach

  • IK Oskarshamn (HockeyAllsvenskan), 2016–2017
  • Södertälje SK (HockeyAllsvenskan), 2017–2018
  • Västerås IK (HockeyAllsvenskan), 2018–2019
  • Sheffield Steelers (EIHL), 2019–2020
  • Brödernas Hockey (Division 4/3), 2021–2023

Heute: Seine letzten belegten Einsätze hatte er 2022/23 bei Brödernas Hockey in der schwedischen Division 3, also im Amateurbereich.

Häufige Fragen

Wie alt war Jonas Liwing bei seinem Wechsel nach Hamburg?

Bei der Verpflichtung am 18. Mai 2015 war er 32 Jahre alt. Geboren ist er am 29. Januar 1983 in Stockholm.

Welche Rückennummer trug Jonas Liwing bei den Freezers?

In Hamburg trug er die Nummer 46. In Iserlohn hatte er 2014/15 die Nummer 3.

Hat Jonas Liwing für die schwedische Nationalmannschaft gespielt?

Ein A-Länderspiel ist nicht belegt. Er spielte zwischen 2000 und 2002 für schwedische Juniorenauswahlen, darunter bei der U18-WM 2001.

Wie viele DEL-Spiele bestritt Jonas Liwing?

In der Hauptrunde kam er auf 93 Spiele mit 6 Toren und 30 Vorlagen: 52 für Iserlohn und 41 für Hamburg. Dazu kommen 7 Play-off-Spiele mit Iserlohn.

Quellen

  1. DEL-Statistik Hauptrunde 2015/16
  2. DEL-Statistik Hauptrunde 2014/15
  3. Wikipedia (de): Jonas Liwing
  4. Wikipedia (en): Jonas Liwing
  5. Wikipedia (sv): Jonas Liwing
  6. hockeyDB: Jonas Liwing
  7. Elite Ice Hockey League: Spielprotokoll Jonas Liwing
  8. Wikipedia (de): DEL 2015/16
  9. Wikipedia (de): DEL 2014/15
  10. Hamburg Freezers, Meldung vom 18.05.2015 (Internet Archive)

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