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Rob Collins (Eishockey): Freezers-Routinier im Faktencheck

Rob Collins kam 2011 mit 33 von der DEG zu den Hamburg Freezers. Der Faktencheck klärt Position, NHL-Zeit, Hamburger Zahlen und den Weg zum Co-Trainer.

Anspielpunkt im Mittelkreis einer leeren Eisfläche mit Puck und Schlägerblatt im kühlen Hallenlicht

291 DEL-Spiele, 273 Punkte, 33 Jahre alt: Mit diesen Zahlen stellten die Hamburg Freezers am 18. März 2011 ihren neuen Center vor. Im Eishockey galt Rob Collins da längst als feste Größe der DEL, fünf Jahre lang hatte er bei den DEG Metro Stars in Düsseldorf gespielt. Bei den Freezers unterschrieb der Kanadier aus Peterborough bis 2013.

Über ihn kursieren ein paar Angaben, die sich widersprechen. Mal steht er als Flügelstürmer in den Datenbanken, mal als Center. Die Zahl aus der Pressemitteilung findet sich in keiner Statistiktabelle wieder. Ich bin die gängigen Behauptungen durchgegangen und habe sie gegen Wikipedia (de und en), die Meldungen der Clubs und die DEL geprüft.

Rob Collins auf einen Blick

Merkmal Angabe
Geboren 15. März 1978 in Peterborough (Ontario, Kanada)
Position Center, Rechtsschütze
NHL 8 Spiele für die New York Islanders (2005/06), 1 Tor, 1 Assist
Hamburg Freezers 2011 bis 2013, 87 Hauptrundenspiele, 60 Punkte
DEL gesamt 506 Hauptrundenspiele, 418 Punkte (Düsseldorf, Hamburg, Köln)
Karriereende Sommer 2017 bei der Düsseldorfer EG
Als Trainer Elmira, Guelph, 2024 bis 2026 Co-Trainer der Eisbären Berlin

ESPN führt als Geburtsdatum den 15. April 1978. Die Freezers, die deutsche Wikipedia und die Kaderlisten der Sportschau nennen übereinstimmend den 15. März.

Behauptung 1: „Collins war Flügelstürmer“

Das hält einer Prüfung kaum stand. Die deutsche Wikipedia führt ihn in der Infobox als Flügel. Die Hamburger Meldung von 2011 spricht ausdrücklich vom „33-jährigen Center“, die englische Wikipedia ebenfalls. Auch die deutsche Wikipedia widerspricht sich selbst: Im Fließtext übernimmt er 2008 in Düsseldorf die Position von Tore Vikingstad als Center der ersten Reihe, mit Patrick Reimer auf dem rechten Flügel.

Zur Einordnung: Stürmer wechseln im Laufe einer Karriere öfter zwischen Mitte und Außen. Seine Rolle bei den Freezers beschrieb Trainer Benoit Laporte als die eines Spielmachers, also eine klassische Center-Aufgabe. Ich ordne ihn deshalb als Center ein.

Behauptung 2: „Ein NHL-Spieler war er nie“

Stimmt nicht. Gedraftet wurde er nie, in die NHL schaffte er es trotzdem. Nach vier Jahren an der Ferris State University (NCAA, 145 Partien, 123 Punkte) und zwei Spielzeiten bei den Grand Rapids Griffins unterschrieb er 2003 als Free Agent bei den New York Islanders. 2002 hatte ihn die Collegeliga CCHA ins erste All-Star-Team gewählt. Die meiste Zeit lief der Kanadier für das Farmteam der New Yorker auf, die Bridgeport Sound Tigers in der American Hockey League.

  • 2004/05: 78 Partien in der AHL, 62 Punkte
  • 2005/06: 67 Partien in der AHL, 69 Punkte
  • 2005/06: 8 Einsätze in der NHL für die Islanders, 1 Treffer, 1 Vorlage

Sein erstes und einziges NHL-Tor erzielte er am 19. Dezember 2005 in Toronto, die Islanders verloren dort 6:9. Für eine feste Rolle in der besten Liga der Welt reichten acht Einsätze nicht.

Behauptung 3: „Die 291 DEL-Spiele stimmen nicht“

Die Zahl ist richtig, man muss nur nachrechnen. Wikipedia listet für seine fünf Düsseldorfer Spielzeiten 255 Hauptrundenspiele mit 245 Punkten. Die 291 aus der Freezers-Meldung entstehen, wenn man die Play-offs bis 2010 dazunimmt:

  1. Hauptrunde 2006/07 bis 2010/11: 255 Partien, 84 Treffer, 161 Vorlagen
  2. Play-offs 2007 bis 2010: 36 Partien, 11 Treffer, 17 Vorlagen
  3. Summe: 291 Einsätze, 95 Treffer, 178 Vorlagen, also 273 Punkte

Die Meldung nennt dieselbe Aufteilung: 95 Tore und 178 Vorlagen. Die Play-offs 2011 fehlen, weil die DEG am 18. März 2011 noch mitten in der Endrunde stand. Collins sagte damals sinngemäß, seine Konzentration gelte jetzt erst einmal Düsseldorf.

In Düsseldorf hatte der Kanadier schnell Fuß gefasst. In seiner ersten DEL-Saison 2006/07 war er mit 21 Toren bester Torschütze der Metro Stars, 2007/08 sammelte er in 54 Partien 57 Punkte, sein bester Wert in der Liga. Wer an der Elbe 2011 einen Spielmacher suchte, fand bei der DEG also einen Mann mit fünf Jahren Erfahrung in der DEL.

Behauptung 4: „In Hamburg blieb er unter seinen Möglichkeiten“

Da ist etwas dran. Die Freezers holten ihn im Umbruch nach der verpassten Endrunde 2011, im März mussten elf Profis gehen. Er sollte mit Serge Aubin, Patrick Traverse und Christoph Schubert die Mannschaft führen. Das Team stand in beiden Spielzeiten nach der Hauptrunde auf Platz 5 und erreichte jeweils das Viertelfinale.

Hamburger Hafen mit Elbe und Kränen in der Abenddämmerung, im Vordergrund ruhiges Wasser
Zwei Spielzeiten an der Elbe: Von 2011 bis 2013 spielte Rob Collins für die Hamburg Freezers.
Saison Wettbewerb Spiele Tore Assists Punkte
2011/12 DEL Hauptrunde 44 11 24 35
2011/12 Play-offs 5 0 1 1
2012/13 DEL Hauptrunde 43 7 18 25
2012/13 Play-offs 6 2 5 7

In Düsseldorf hatte er pro Saison zwischen 43 und 57 Punkte gesammelt. Mit 35 und 25 Punkten lag er bei den Freezers darunter. In der ersten Saison 2011/12 war nach fünf Spielen gegen die Adler Mannheim Schluss (1:4), Rob Collins blieb in dieser Serie bei einer Vorlage. Im Jahr darauf unterlagen die Freezers den Eisbären Berlin mit 2:4, Collins kam gegen Berlin auf 7 Punkte in 6 Spielen. Meine Einschätzung: Ein Ausfall war er nicht, an seine besten Düsseldorfer Jahre kam er in Hamburg aber nicht heran.

Behauptung 5: „Nach Hamburg war seine Karriere vorbei“

Falsch. Nach dem Vertragsende 2013 ging er zurück nach Nordamerika und unterschrieb im August 2013 bei den neu gegründeten Brampton Beast in der Central Hockey League. Dort kam er auf 46 Punkte in 39 Spielen. Im Februar 2014 holten ihn die Kölner Haie für die Play-offs zurück in die DEL, neun Hauptrundenspiele blieben ihm bis zur Endrunde.

Dann kam seine beste Endrunde in der DEL. Köln erreichte das Finale und verlor es mit 3:4 Siegen gegen den ERC Ingolstadt. Collins sammelte für die Haie in 16 Play-off-Partien 15 Punkte, so viele wie kein anderer Kölner. Seine 12 Vorlagen waren zusammen mit Ingolstadts Derek Hahn der Bestwert dieser Endrunde.

Danach kehrte er zur Düsseldorfer EG zurück, am 5. Mai 2014 zunächst mit Einjahresvertrag. Er blieb drei Spielzeiten:

  • 2014/15: 52 Partien, 35 Punkte
  • 2015/16: 51 Partien, 38 Punkte
  • 2016/17: 52 Partien, 35 Punkte

Im April 2017 gab die DEG bekannt, dass er keinen neuen Vertrag erhält. Im Sommer 2017 beendete er seine Laufbahn. Die Eisbären zählten später 595 DEL-Einsätze mit 163 Toren und 317 Vorlagen, Play-offs eingerechnet. Knapp 80 Prozent davon bestritt er für die DEG, den Rest für die Freezers und die Kölner Haie.

Infografik mit dem Karriere-Zeitstrahl von Rob Collins von der Ferris State University bis zu den Eisbären Berlin
Die Stationen von Rob Collins im Überblick, als Spieler und als Trainer.

Behauptung 6: „Rob Collins ist heute Co-Trainer in Berlin“

Das war bis zum Sommer 2026 richtig. Seine Trainerlaufbahn begann 2021 als Cheftrainer seines früheren Juniorenteams, der Elmira Sugar Kings in der Greater Ontario Junior Hockey League. Gleich in der ersten Saison führte er das Team aus dem Südwesten Ontarios bis ins Conference-Finale. Im Oktober 2022 wurde er zusätzlich Co-Trainer bei den Guelph Storm in der Ontario Hockey League. Ab 2023/24 arbeitete er nur noch dort.

Am 28. Mai 2024 stellten die Eisbären Berlin Rob Collins als neuen Co-Trainer vor, als Nachfolger von Craig Streu. Für ihn war es laut der Vereinsmeldung die erste Trainerstelle bei den Profis. Cheftrainer der Eisbären war Serge Aubin, mit dem er zwei Jahre bei den Freezers zusammengespielt hatte. Zum Stab gehörte außerdem André Rankel als Co- und Entwicklungstrainer.

Beide Spielzeiten endeten mit dem Titel. Mit Aubin, Rankel und Collins an der Bande wurden die Eisbären 2025 und 2026 Deutscher Meister der DEL. Für den früheren Center war das der erste Titel in Deutschland, als Spieler hatte er es mit Köln 2014 nur bis ins Finale geschafft. Nach dem Abschied von Aubin nach Bern trennten sich die Eisbären Berlin am 6. Juni 2026 auch von ihrem Co-Trainer Rob Collins, so die Meldung der DEL zur Trennung. Eine neue Station war bei der Recherche für diesen Text nicht öffentlich bekannt.

Kernaussagen zu Rob Collins

  • Er war Center, kein reiner Flügelstürmer, auch wenn eine Datenbank das so führt.
  • In der NHL bestritt er 8 Partien für die New York Islanders.
  • Die 291 DEL-Spiele der Freezers-Meldung sind korrekt, sie schließen die Play-offs bis 2010 ein.
  • In Hamburg kam er 2011 bis 2013 auf 60 Hauptrundenpunkte in 87 Spielen.
  • Seine beste Endrunde spielte er 2014 für die Kölner Haie, den Abschluss seiner Karriere 2017 in Düsseldorf.
  • Als Co-Trainer der Eisbären Berlin wurde er 2025 und 2026 Deutscher Meister.

Wer die Saison vor seiner Ankunft nachlesen möchte, findet sie unter Saison 2010/11. Weitere Profile aus 14 Freezers-Spielzeiten stehen in der Spielerübersicht.

Statistik in Hamburg

SaisonWettbewerbSp.ToreAssistsPunkte
2011/12DEL Hauptrunde44112435
2011/12DEL Play-offs5011
2012/13DEL Hauptrunde4371825
2012/13DEL Play-offs6257

Karriere vor und nach Hamburg

Davor

  • Ferris State University (NCAA), 1998–2002
  • Grand Rapids Griffins (AHL), 2002–2003
  • Bridgeport Sound Tigers (AHL), 2003–2006
  • New York Islanders (NHL), 2005–2006
  • DEG Metro Stars (DEL), 2006–2011

Danach

  • Brampton Beast (CHL), 2013–2014
  • Kölner Haie (DEL), 2014
  • Düsseldorfer EG (DEL), 2014–2017

Heute: Von 2024 bis Juni 2026 war er Co-Trainer der Eisbären Berlin und wurde mit dem Club 2025 und 2026 Deutscher Meister.

Häufige Fragen

Wie viele NHL-Spiele hat Rob Collins bestritten?

Acht, alle in der Saison 2005/06 für die New York Islanders. Dabei gelangen ihm ein Tor und eine Vorlage.

Wie viele Punkte sammelte Rob Collins für die Hamburg Freezers?

In der Hauptrunde 60 Punkte in 87 Spielen (2011/12: 35, 2012/13: 25), dazu 8 Punkte in 11 Play-off-Spielen.

Für welche DEL-Clubs spielte Rob Collins?

Für die Düsseldorfer EG (2006 bis 2011 und 2014 bis 2017), die Hamburg Freezers (2011 bis 2013) und die Kölner Haie (2014).

Was macht Rob Collins heute?

Nach zwei Jahren als Co-Trainer der Eisbären Berlin trennte sich der Club im Juni 2026 von ihm. Eine neue Station war bis Oktober 2026 nicht öffentlich bekannt.

Quellen

  1. Rob Collins wird ein Freezer (Vereinsmeldung 18.03.2011, Webarchiv)
  2. Rob Collins (Eishockeyspieler), Wikipedia
  3. Rob Collins (ice hockey), Wikipedia
  4. DEL 2011/12, Wikipedia
  5. DEL 2012/13, Wikipedia
  6. DEL 2013/14, Wikipedia
  7. Rob Collins wird neuer Co-Trainer der Eisbären (eisbaeren.de, 28.05.2024)
  8. Eisbären trennen sich von Rob Collins (penny-del.org, 06.06.2026)

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