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Hamburg Freezers Archiv2002–2016 · und Eishockey in Hamburg heute

Sean Sullivan (Eishockey): Freezers-Verteidiger 2015/16

Sean Sullivan im Eishockey: 2015 mit deutschem Pass aus Iserlohn zu den Hamburg Freezers, Nummer 37, Vertrag bis 2018. Steckbrief, Zahlen und Verbleib.

Leere Eisfläche einer Halle mit Schläger und Puck an der blauen Linie im kühlen Hallenlicht
Leere Eisfläche einer Halle mit Schläger und Puck an der blauen Linie im kühlen Hallenlicht

28 Punkte in 44 Spielen, als Verteidiger: Mit dieser Bilanz aus Iserlohn wechselte Sean Sullivan im Sommer 2015 an die Elbe. Der gebürtige Bostoner war 31 Jahre alt, besaß einen deutschen Pass und unterschrieb einen Dreijahresvertrag. In der Deutschen Eishockey Liga zählte er damals zu den Abwehrspielern, die vor allem nach vorne auffielen.

Gespielt hat er für die Freezers dann genau eine Saison. Nachdem der Eigentümer im Mai 2016 auf die Lizenz verzichtet hatte, blieb vom Vertrag nichts übrig. Dieser Steckbrief geht seine Laufbahn in fünf Prüfpunkten durch, jeweils mit den Zahlen, die sich belegen lassen. Grundlage sind die DEL-Meldung vom Juni 2015, die Statistiken bei Wikipedia und Eliteprospects sowie Meldungen seiner Vereine.

Steckbrief: Sean Sullivan auf einen Blick

Prüfpunkt Angabe
Geboren 29. März 1984 in Boston, Massachusetts
Nationalität USA und Deutschland (doppelte Staatsbürgerschaft)
Position Verteidiger, Schusshand links
Größe und Gewicht 183 cm, 86 kg
Draft 2003, 9. Runde, Nr. 272, Phoenix Coyotes
In Hamburg Saison 2015/16, Rückennummer 37
Karriereende November 2020 beim ERC Ingolstadt

Prüfpunkt 1: Wer stand da im Juni 2015 vor der Tür?

Am 17. Juni 2015 meldeten die Freezers den Wechsel. Der Neue stammte von den Iserlohn Roosters. Mit seinem Pass zählte er in der DEL nicht als Importspieler. Die deutsche Staatsbürgerschaft hatte er laut Wikipedia erst im Februar 2015 bekommen.

Für ihn sprachen seine ersten zwei DEL-Jahre. Die Liga selbst hielt in ihrer Meldung zum Wechsel an die Elbe diese Werte fest:

  • 2013/14, Straubing Tigers: 27 Scorerpunkte in 40 Partien (4 Tore, 23 Assists)
  • 2014/15, Iserlohn Roosters: 28 Scorerpunkte in 44 Partien (4 Tore, 24 Assists)
  • Play-offs 2015 mit Iserlohn: 7 Partien, 4 Treffer, 3 Vorlagen

Diese Serie verlor Iserlohn im Viertelfinale mit 3:4 gegen den ERC Ingolstadt, also gegen den Meister von 2014. Zwei Jahre danach unterschrieb er genau dort. Vier Tore in sieben Play-off-Partien sind für einen Verteidiger ein starker Wert.

Sportdirektor Stéphane Richer lobte in derselben Meldung sein Tempo. Sinngemäß sollte der Neue sich ins Angriffsspiel einschalten und im Powerplay von der blauen Linie für Gefahr sorgen. Der Spieler selbst nannte die Atmosphäre, die Arena und die Fans als Gründe. Hamburg habe für ihn ganz oben auf der Liste gestanden.

Prüfpunkt 2: Was lieferte er in der Saison 2015/16?

Die Antwort fällt nüchtern aus. Er bestritt 50 der 52 Hauptrundenspiele, traf fünfmal und gab fünf Vorlagen, dazu 49 Strafminuten. Eliteprospects führt für ihn eine Plus-Minus-Bilanz von minus 8.

Dunkles Eishockeytrikot ohne Logo mit der Rückennummer 37 an einer Kabinenwand
Die Nummer 37 trug er in seiner einzigen Saison bei den Freezers.

Zur Einordnung: Im Jahr davor hatte er fast dreimal so oft gepunktet. Die Mannschaft lief während der Saison 2015/16 insgesamt hinterher, und ihr neuer Verteidiger blieb weit unter dem, was er in Iserlohn und Straubing gezeigt hatte. Am Ende der Saison stand Platz 11 von 14, mit 72 Zählern und 142:166 Treffern. Für die Pre-Play-offs (Plätze 7 bis 10) reichte das nicht.

Sein altes Team machte es besser. Die Roosters erreichten Rang drei und schieden erst im Viertelfinale mit 2:4 Siegen gegen die Nürnberg Ice Tigers aus. Deutscher Meister wurde der EHC Red Bull München nach einem 4:0 im Finale gegen die Grizzlys Wolfsburg.

Schon im April 2015 war der Stürmer und Nationalspieler Marcel Müller als erster Neuzugang gekommen, ebenfalls mit Vertrag bis 2018. Meine Einschätzung: An Sullivan allein lag die schwache sportliche Bilanz nicht. Die Rolle als Punktesammler von der blauen Linie, für die Richer ihn geholt hatte, füllte er in Hamburg aber nicht aus.

Prüfpunkt 3: Was wurde aus dem Dreijahresvertrag?

Am 24. Mai 2016 verzichtete Eigentümer AEG auf die DEL-Lizenz. Damit war jeder laufende Vertrag Makulatur, auch seiner, der eigentlich bis 2018 gelaufen wäre. Die Hintergründe zum Aus der Hamburg Freezers im Mai 2016 haben wir an anderer Stelle aufgeschrieben.

Für ihn hieß das: Er war plötzlich vereinslos, und das spät in der Transferzeit. Dann folgte ein Umweg über Nordamerika. Ein Probetraining beim AHL-Club Hartford Wolf Pack führte laut Wikipedia zu keinem Vertrag.

Im Oktober 2016 kehrte er erneut nach Straubing zurück, zunächst auf Probe. Die Tigers verlängerten danach bis Saisonende. In der Saison 2016/17, der ersten DEL-Spielzeit ohne Hamburg, standen für ihn 42 Spiele, zwei Treffer und 19 Assists zu Buche. Straubing erreichte als Neunter die Pre-Play-offs und verlor diese Serie mit 0:2 gegen die Eisbären Berlin. Auch in diesen Play-offs traf er, zweimal in zwei Partien. Sein Trainer in Straubing war Larry Mitchell, von dem sich die Tigers im März 2017 trennten.

Prüfpunkt 4: Stationen vor und nach Hamburg

Sein Weg führte über ein College, mehrere Farmteams und vier Clubs in der DEL. Die Liste in der Übersicht:

  1. St. Sebastian’s School, Needham (Schulmannschaft), 2001–2003
  2. Boston University (Hockey East), 2003–2007, im letzten Jahr Kapitän und bester Defensivverteidiger der Liga
  3. San Antonio Rampage (American Hockey League), 2006–2010, 2010 im AHL All-Star Classic; 2007/08 zwischendurch Arizona Sundogs (CHL)
  4. Worcester Sharks (AHL), 2010–2012, im Januar 2012 per Tausch zurück nach San Antonio
  5. Lake Erie Monsters (AHL), 2012/13, nach einem Kieferbruch nur 34 Spiele
  6. Modo Hockey (Schweden), Herbst 2013, Vertrag nach 10 Spielen aufgelöst
  7. Straubing Tigers (DEL), 2013/14
  8. Iserlohn Roosters (DEL), 2014/15
  9. Hamburg Freezers (DEL), 2015/16
  10. Straubing Tigers (DEL), 2016/17
  11. ERC Ingolstadt (DEL), 2017–2020

In der AHL sammelte er rund 350 Einsätze. Die DEL nennt 351 Partien mit 165 Scorerpunkten, Wikipedia kommt auf 350 und 164. Woher der kleine Unterschied kommt, lässt sich nicht klären. In der National Hockey League konnte er nie ein Spiel bestreiten, obwohl ihn Phoenix, San Jose, Florida und Colorado unter Vertrag hatten. Als größten Erfolg seiner Laufbahn darf man die Hockey-East-Meisterschaft 2006 mit Boston University sehen.

Infografik zur Karriere von Sean Sullivan mit Zeitstrahl von 2003 bis 2020 und seinen Zahlen aus der Hamburger Saison 2015/16
Karriere-Zeitstrahl und Saisonbilanz 2015/16 des Verteidigers.

Prüfpunkt 5: Wo steht Sean Sullivan heute?

In Ingolstadt fand er seinen letzten Club. Der ERC verpflichtete ihn im April 2017, er spielte dort drei Jahre. Gleich die erste Spielzeit war unruhig. Auf Tommy Samuelsson folgte Larry Mitchell als Interimstrainer, ehe der Club mit Doug Shedden ab dem 22. Dezember 2017 einen neuen Trainer hatte, der die Mannschaft noch auf Platz vier führte.

Saison Hauptrunde ERC Play-offs ERC Sullivan (Hauptrunde)
2017/18 Platz 4 Viertelfinale, 0:4 gegen Adler Mannheim 52 Einsätze, 24 Scorerpunkte
2018/19 Platz 5 Viertelfinale über sieben Partien 41 Einsätze, 11 Scorerpunkte
2019/20 Platz 7 wegen Corona abgesagt 50 Einsätze, 16 Scorerpunkte

Anfang November 2020 beendete er zusammen mit Torhüter Jochen Reimer seine Karriere. Der ERC meldete, beide hätten wegen der Unsicherheit durch die Corona-Pandemie um Auflösung ihrer Verträge gebeten. Der Verein stimmte zu. Die neue Saison hatte da noch gar nicht begonnen.

Seine DEL-Bilanz über sieben Spielzeiten: 319 Hauptrundenspiele, 26 Tore, 111 Assists, 137 Punkte. Dazu kommen 17 Play-off-Spiele mit 10 Scorerpunkten. Eine weitere Rolle im Profi-Eishockey, etwa als Trainer, ist in den gängigen Quellen nicht verzeichnet. Über sein Leben nach dem Sport ist öffentlich nichts bekannt, und hier wird auch nicht spekuliert.

Checkliste: Sean Sullivan im Eishockey in sechs Punkten

  • Verpflichtet am 17. Juni 2015 aus Iserlohn, mit deutschem Pass, Dreijahresvertrag, Nummer 37
  • Bilanz 2015/16 bei den Freezers: 50 Einsätze, 5 Tore, 5 Assists
  • Team-Ergebnis: Platz 11, keine Play-offs, danach Lizenzverzicht
  • Vertrag endete mit dem Aus im Mai 2016, zwei Jahre vor Ablauf
  • Danach Straubing 2016/17 und Ingolstadt 2017–2020
  • Karriereende im November 2020 nach 319 DEL-Spielen

Mehr Profile aus 14 Jahren DEL-Eishockey in Hamburg findest du in der Übersicht aller Freezers-Spieler.

Statistik in Hamburg

SaisonWettbewerbSp.ToreAssistsPunkte
2015/16DEL-Hauptrunde505510

Karriere vor und nach Hamburg

Davor

  • Boston University (Hockey East), 2003–2007
  • San Antonio Rampage (AHL), 2006–2010
  • Worcester Sharks (AHL), 2010–2012
  • San Antonio Rampage (AHL), 2012
  • Lake Erie Monsters (AHL), 2012–2013
  • Modo Hockey (SHL), 2013
  • Straubing Tigers (DEL), 2013–2014
  • Iserlohn Roosters (DEL), 2014–2015

Danach

  • Straubing Tigers (DEL), 2016–2017
  • ERC Ingolstadt (DEL), 2017–2020

Heute: Sean Sullivan beendete im November 2020 beim ERC Ingolstadt seine Profikarriere.

Häufige Fragen

Welche Rückennummer trug Sean Sullivan bei den Hamburg Freezers?

Die Nummer 37. So nannte sie die DEL in ihrer Meldung zum Wechsel vom 17. Juni 2015.

Hat Sean Sullivan einen deutschen Pass?

Ja. Er besitzt die US-amerikanische und die deutsche Staatsbürgerschaft. Laut deutscher Wikipedia erhielt er den deutschen Pass im Februar 2015, kurz vor seinem Wechsel nach Hamburg.

Wie viele DEL-Spiele bestritt Sean Sullivan?

319 Hauptrundenspiele mit 26 Toren und 111 Assists, dazu 17 Play-off-Spiele. Er spielte von 2013 bis 2020 für Straubing, Iserlohn, Hamburg und Ingolstadt.

Wann beendete Sean Sullivan seine Karriere?

Anfang November 2020. Der ERC Ingolstadt löste seinen Vertrag auf seinen Wunsch auf; als Grund nannte der Club die Unsicherheit durch die Corona-Pandemie.

Quellen

  1. PENNY DEL: Sean Sullivan wechselt zu den Hamburg Freezers (17.06.2015)
  2. Wikipedia (de): Sean Sullivan (Eishockeyspieler)
  3. Wikipedia (en): Sean Sullivan (ice hockey)
  4. Elite Prospects: Sean Sullivan
  5. Wikipedia (de): DEL 2015/16
  6. Wikipedia (de): ERC Ingolstadt
  7. Wikipedia (de): Straubing Tigers

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