Serge Aubin: vom Spieler zum Trainer der Hamburg Freezers
Serge Aubin kam 2011 als Center nach Hamburg, wurde 2014 Cheftrainer der Freezers und holte später fünf Titel mit Berlin. Alle Stationen im Steckbrief.

Die Hamburg Freezers stellten am 28. März 2011 einen Center mit 396 NHL-Spielen vor, der zuletzt in Fribourg gespielt und Kanada beim Spengler Cup als Kapitän angeführt hatte. Serge Aubin blieb fünf Jahre an der Elbe, erst als Spieler, dann als Co-Trainer und ab September 2014 als Cheftrainer. Heute steht der Kanadier in der Schweiz an der Bande und gilt nach fünf deutschen Meisterschaften mit Berlin als einer der erfolgreichsten Trainer der DEL.
Der Steckbrief geht seine Karriere Station für Station durch, mit Datum und Quelle. Wo sich Angaben widersprechen, steht es dabei.
Serge Aubin auf einen Blick
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Geboren | 15. Februar 1975 in Val-d’Or (Québec, Kanada) |
| Position | Center, Linksschütze |
| NHL | 374 Hauptrundenspiele, 22 Play-off-Spiele (Colorado, Columbus, Atlanta) |
| Hamburg Freezers | 2011–2013 Spieler, 2013/14 Co-Trainer, 2014–2016 Cheftrainer |
| Titel als Trainer | Österreich 2017, Deutschland 2021, 2022, 2024, 2025, 2026 |
| Auszeichnung | DEL-Trainer des Jahres 2022 |
| Seit 2026/27 | neuer Cheftrainer beim SC Bern (National League) |
Station 1: Québec, AHL, NHL und Genf
Serge Aubin stammt aus Val-d’Or im Westen Québecs. Als Junior spielte er bei den Granby Bisons in der QMJHL und kam dort 1994/95 auf 110 Punkte in 60 Spielen. Gedraftet hatten ihn bereits 1994 die Pittsburgh Penguins. Der Weg nach oben führte über die Farmteams: Hampton Roads Admirals, Cleveland Lumberjacks, Syracuse Crunch und Hershey Bears. In Hershey gelangen ihm 1999/2000 in 58 AHL-Spielen 42 Tore, dafür kam er ins erste All-Star-Team der Liga.
In der NHL spielte er für die Colorado Avalanche, die Columbus Blue Jackets und die Atlanta Thrashers. Für Colorado debütierte er 1998/99, wechselte 2000 zu den neuen Columbus Blue Jackets und kehrte 2002/03 zur Avalanche zurück, bevor er nach Atlanta ging. Seine beste Saison hatte er 2000/01 in Columbus mit 30 Punkten in 81 Spielen, im ersten Jahr der Blue Jackets in der Liga.
Die Zahl 396 aus der Hamburger Pressemitteilung taucht in Statistikportalen so nicht auf. Dort stehen 374 Hauptrunden- und 22 Play-off-Spiele. Zusammengezählt ergibt das genau 396, die Angabe stimmt also, wenn man die Play-offs mitrechnet.
Im Lockout-Winter 2004/05 lief er erstmals für Genève-Servette auf, ab 2006 blieb er in der Schweiz. Für Genf und Fribourg-Gottéron kam er laut DEL-Angaben auf 243 NLA-Spiele mit 246 Punkten, 2008 wählte man ihn zum wertvollsten Spieler der Liga. Mit Kanada nahm er fünfmal am Spengler Cup teil und gewann ihn 2007 als Kapitän.
Station 2: Center der Freezers 2011/12
Die Verpflichtung fiel in einen großen Umbruch. Nach verpassten Play-offs mussten im März 2011 elf Spieler gehen, Kapitän Alexander Barta eingeschlossen. Sportdirektor Stéphane Richer baute den Kader neu und verpflichtete neben dem Center im Sommer auch Torhüter John Curry. Aubin unterschrieb bis 2012 und sollte mit Rob Collins, Patrick Traverse und Christoph Schubert die Mannschaft führen.
Das ging auf. Die Freezers beendeten die Hauptrunde 2011/12 auf Platz 5 und erreichten das Viertelfinale.
| Saison | Wettbewerb | Spiele | Tore | Assists | Punkte |
|---|---|---|---|---|---|
| 2011/12 | DEL Hauptrunde | 46 | 11 | 20 | 31 |
| 2011/12 | DEL Play-offs | 5 | 3 | 0 | 3 |
31 Punkte in 46 Spielen, mit 36 Jahren: Dafür hatte man ihn geholt. Es blieb seine einzige Saison im Freezers-Trikot.
Station 3: Drei Daumen-Operationen und das Karriereende
Eine schwere Verletzung am Daumen kostete ihn die komplette Saison 2012/13. Sein letztes Spiel bestritt er am 2. September 2012 in der European Trophy gegen die Eisbären Berlin, ausgerechnet gegen den Club, mit dem er Jahre später Meister werden sollte.
Seinen Rücktritt gab er am 15. Januar 2013 bekannt. Drei Operationen am Daumen lagen hinter ihm, einen weiteren Comeback-Versuch wollte der 37-Jährige nicht wagen. Damit endete eine Profikarriere von 18 Jahren.

Station 4: Serge Aubin als Trainer in Hamburg
Die Freezers behielten ihn trotzdem. Zur Saison 2013/14 wurde er Co-Trainer unter Benoît Laporte. Es wurde die beste Spielzeit der Clubgeschichte mit Platz 1 nach der Hauptrunde und dem Aus erst im Halbfinale.
Am 25. September 2014, kurz nach dem Start der neuen Saison, übernahm er von Laporte als Cheftrainer. Laporte hatte mit dem Team die ersten Saisonspiele verloren, unter dem neuen Chef kam die Wende schnell.
Sportdirektor Stéphane Richer lobte im Januar 2015, Aubin habe das Team binnen weniger Wochen vom Tabellenende an die Spitze geführt. Am 21. Januar 2015 verlängerten die Freezers den Vertrag mit ihrem Coach vorzeitig bis 2017. Er selbst sagte damals laut der DEL-Meldung: „Die Arbeit mit diesem Team macht unheimlich viel Spaß.“
Die Bilanz als Cheftrainer in Hamburg:
- 2014/15: Platz 4 nach der Hauptrunde, Aus im Viertelfinale
- 2015/16: Platz 11, keine Play-offs
- 28. April 2016: Mario Simioni wird als Co-Trainer für 2016/17 vorgestellt
- 24. Mai 2016: AEG beantragt keine Lizenz mehr, der Club wird aufgelöst
Zu Simionis Einsatz kam es nie. Parallel sammelte der Hamburger Coach internationale Erfahrung: Beim Deutschland Cup 2014 assistierte er dem Team Kanada, 2015 der deutschen Nationalmannschaft.
Wie es zum Aus der Freezers im Mai 2016 kam, steht in unserer Chronik. Die übrigen Coaches und Manager des Clubs findest du auf der Seite Trainer und Management.
Station 5: Wien, Zürich und der Meistertrainer in Berlin
Lange ohne Job war er nicht. Zwei Wochen nach dem Aus, am 7. Juni 2016, übernahm er die Vienna Capitals. In Wien führte er das Team gleich in der ersten Saison zur Meisterschaft der Erste Bank Eishockey Liga 2017. 2018 wechselte er zu den ZSC Lions nach Zürich, dort wurde er am 14. Januar 2019 entlassen.
Im Mai 2019 holten ihn die Eisbären Berlin. Dort begann die erfolgreichste Zeit seiner Trainerlaufbahn. Die Play-offs 2020 fielen wegen der Corona-Pandemie aus, danach holten die Eisbären fünf Meisterschaften in den letzten sechs Jahren seiner Amtszeit:
| Saison | Ergebnis mit Berlin |
|---|---|
| 2020/21 | Deutscher Meister |
| 2021/22 | Deutscher Meister, Aubin DEL-Trainer des Jahres |
| 2023/24 | Deutscher Meister |
| 2024/25 | Deutscher Meister |
| 2025/26 | Deutscher Meister, Finalserie 4:1 gegen Adler Mannheim |
Laut rbb stand er seit 2019 in 420 DEL-Partien an der Berliner Bande. Der Club nannte ihn zum Abschied einen der besten und erfolgreichsten Trainer der Eisbären-Geschichte.

Station 6: Serge Aubin verlässt die Eisbären
Berlin gewann die Finalserie am 3. Mai 2026 in Mannheim, am Tag darauf bestätigten die Eisbären seinen Abschied. Sein Vertrag in Berlin lief eigentlich bis 2028, trotzdem wechselte er zur Saison 2026/27 zum SC Bern. „Nach all den erfolgreichen Jahren hatte ich das Gefühl, eine neue Herausforderung annehmen zu wollen“, wird er in der Vereinsmitteilung zitiert. Wegen seiner Verdienste hätten sie sich entschieden, dem Wunsch nachzukommen, teilten die Eisbären mit.
In Bern unterschrieb er für drei Jahre, bis Ende der Spielzeit 2028/29. Zum Abschied aus Berlin sagte der Kanadier laut rbb: „Das nächste Kapitel wird eine große Herausforderung, aber nichts wird Berlin jemals ersetzen können.“ Der SCB gehört zu den traditionsreichsten Clubs der Schweiz, entsprechend hoch hängen dort die Erwartungen.
Für den inzwischen 51-Jährigen ist Bern die fünfte Station als Cheftrainer, nach den Freezers, den Vienna Capitals, den ZSC Lions und den Eisbären. Er kehrt damit in die Schweizer National League zurück, die früher NLA hieß. Als Spieler war er dort MVP, als Trainer in Zürich musste er nach einem halben Jahr gehen.
Checkliste: Was du über Serge Aubin wissen solltest
- Er kam am 28. März 2011 von Fribourg-Gottéron nach Hamburg.
- Für die Freezers spielte er nur eine Saison: 51 DEL-Spiele, 14 Tore, 20 Assists.
- Sein Karriereende am 15. Januar 2013 folgte auf drei Daumen-Operationen.
- Cheftrainer in Hamburg war er vom 25. September 2014 bis zum Aus im Mai 2016.
- Mit Berlin wurde er fünfmal Deutscher Meister, seit 2026/27 trainiert er Bern.
Meine Einschätzung: Hamburg war für ihn die Lehrzeit. Ein Jahr als Assistent, dann ein Team im Fehlstart übernehmen, und das mit 39: Davon dürfte er in Wien und später bei den Eisbären gezehrt haben. Für die Freezers kam der Trainer zu spät. Zwei Jahre nach seiner Beförderung gab es den Club nicht mehr. Wie die einzelnen Spielzeiten liefen, zeigt dir unsere Übersicht der Saisons 2002 bis 2016.
Statistik in Hamburg
| Saison | Wettbewerb | Sp. | Tore | Assists | Punkte |
|---|---|---|---|---|---|
| 2011/12 | DEL Hauptrunde | 46 | 11 | 20 | 31 |
| 2011/12 | DEL Play-offs | 5 | 3 | 0 | 3 |
Karriere vor und nach Hamburg
Davor
- HC Fribourg-Gottéron (NLA), 2009–2011
- Genève-Servette HC (NLA), 2004–2005 und 2006–2009
- Atlanta Thrashers (NHL), 2003–2004 und 2005–2006
- Colorado Avalanche (NHL), 1998–2000 und 2002–2003
- Columbus Blue Jackets (NHL), 2000–2002
Danach
- Vienna Capitals (EBEL), Cheftrainer 2016–2018
- ZSC Lions (National League), Cheftrainer 2018–2019
- Eisbären Berlin (DEL), Cheftrainer 2019–2026
- SC Bern (National League), Cheftrainer seit 2026
Heute: Seit der Saison 2026/27 ist Serge Aubin Cheftrainer des SC Bern in der Schweizer National League, sein Vertrag läuft bis 2029.
Häufige Fragen
Wie alt ist Serge Aubin?
Serge Aubin wurde am 15. Februar 1975 in Val-d'Or (Québec) geboren und ist damit 51 Jahre alt.
Wann war Serge Aubin Trainer der Hamburg Freezers?
Zur Saison 2013/14 wurde er Co-Trainer, am 25. September 2014 übernahm er als Cheftrainer von Benoît Laporte. Er blieb bis zur Auflösung des Clubs im Mai 2016.
Wie viele Titel hat Serge Aubin mit den Eisbären Berlin gewonnen?
Fünf: 2021, 2022, 2024, 2025 und 2026. 2022 wurde er außerdem DEL-Trainer des Jahres.
Warum beendete Serge Aubin seine Spielerkarriere?
Eine schwere Daumenverletzung mit drei Operationen. Sein letztes Spiel bestritt er am 2. September 2012, den Rücktritt gab er am 15. Januar 2013 bekannt.
Quellen
- PENNY DEL: Freezers verlängern Vertrag mit Coach Serge Aubin (21.01.2015)
- Wikipedia (de): Serge Aubin
- Wikipedia (en): Serge Aubin, Karrierestatistik
- rbb24/Sportschau: Eisbären Berlin verlieren Meistertrainer Aubin (04.05.2026)
- ZDFheute: Meistertrainer Aubin verlässt nach Titelgewinn Eisbären Berlin (04.05.2026)
- SC Bern: Serge Aubin wird Headcoach des SC Bern (04.05.2026)
- Archiv der früheren Freezers-Website, Meldungen vom 28.03.2011, 15.01.2013 und 21.01.2015 (Wayback Machine)
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