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Hamburg Freezers Archiv2002–2016 · und Eishockey in Hamburg heute

Barclays Arena Eishockey: die Halle der Hamburg Freezers

Barclays Arena Eishockey von 2002 bis 2016: alle Namen der Halle von der Color Line Arena bis zur Sparda-Bank Arena, Zuschauerzahlen und die Nutzung heute.

Leere Mehrzweckarena mit Eisfläche, Blick von der oberen Tribüne über blaue Sitzreihen auf das frisch gezogene Eis

Fünf Namen in 25 Jahren. So oft wechselt der große Bau im Altonaer Volkspark bis zum Sommer 2027 sein Schild. Wer nach Barclays Arena Eishockey sucht, landet fast immer bei den Hamburg Freezers: Sie trugen hier von 2002 bis 2016 ihre Heimspiele in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) aus. Unten stehen alle Phasen im Vergleich, die Zuschauerzahlen der Freezers und die Antwort auf die Frage, ob dort heute noch gespielt wird.

Vorweg das Ergebnis: Seit dem Aus der Freezers 2016 gibt es in der Arena keinen regelmäßigen Spielbetrieb auf dem Eis mehr. Eigentümer ist die Anschutz Entertainment Group (AEG), den Betrieb führt die AEG Arena Hamburg GmbH. Am 21. Juli 2027 wird aus der Barclays Arena die Sparda-Bank Arena.

Die Namen der Halle im Vergleich

Gebaut wurde einmal, verkauft wurden die Namensrechte mehrfach. Die Tabelle zeigt, was in welcher Phase auf dem Eis los war.

Zeitraum Name Namensgeber Spielbetrieb auf dem Eis
Nov. 2002 bis April 2010 Color Line Arena norwegische Reederei Color Line Heimspiele der Freezers ab Ende 2002
2010 bis 30.06.2015 O2 World Hamburg Telefónica (Marke O2) DEL-Alltag, NHL-Testspiel am 04.10.2011
01.07.2015 bis Herbst 2021 Barclaycard Arena Barclaycard DEL bis zum Frühjahr 2016, danach kein Ligabetrieb
Herbst 2021 bis 20.07.2027 Barclays Arena Barclays keine Ligaspiele
ab 21.07.2027 Sparda-Bank Arena Sparda-Bank Hamburg keines angekündigt

Die Daten stammen aus dem Wikipedia-Artikel zur Arena und aus der AEG-Pressemitteilung vom 23. Juni 2026. Für den Wechsel 2021 nennt Wikipedia nur den Herbst, angekündigt wurde er am 16. Juni 2021.

Color Line Arena: Start mit zwölf Auswärtsspielen

Grundsteinlegung war am 13. Juni 2001. Eröffnet wurde am 8. November 2002 mit Konzerten, unter anderem von Phil Collins. Bauherr war der finnische Unternehmer Harry Harkimo, die Baukosten lagen bei rund 83 Millionen Euro. Das Grundstück bekam er von der Stadt für eine symbolische Mark.

Für den Sport kam die Eröffnung zu spät. Die Liga hatte im Sommer 2002 den Umzug der München Barons an die Elbe genehmigt, doch die neue Saison lief los, bevor die Halle fertig war. Laut der alten Vereinshistorie, die nur noch im Internet Archive liegt, bestritt der neue Verein sein erstes Testspiel am 25. August 2002 gegen Iserlohn. In der Deutschen Eishockey Liga folgten dann zwölf Auswärtsspiele am Stück, bevor die Mannschaft von Trainer Sean Simpson zum ersten Mal zu Hause antreten konnte. Wie es danach weiterging, steht in der Chronik der Hamburg Freezers.

Das Publikum kam sofort. In der ersten Saison lag der Schnitt bei 10.713 Zuschauern, Platz drei in Europa hinter dem SC Bern und den Kölner Haien. Ein Jahr später waren es 12.055, fast jedes Heimspiel war ausverkauft. Sportlich passte das: Platz drei nach der Hauptrunde, danach das erste Halbfinale der Play-offs.

Auch die Besitzer wechselten. Harkimo verkaufte 2005 an die finnische Mediengruppe Rautakirja, 2007 übernahm AEG für geschätzt 75 Mio. Euro. Arena und Club gehörten damit demselben Konzern, dem mit den Eisbären Berlin schon ein zweites DEL-Team gehörte. Diese Doppelrolle nannte AEG 2016 als Grund für das Aus.

O2 World Hamburg: die NHL zu Gast

Im April 2010 kam der neue Schriftzug O2 World Hamburg. Der Wechsel fiel ans Ende der schwächsten Saison: 2009/10 kamen im Schnitt nur 6.993 Fans, so wenige wie nie, und die Play-offs liefen ohne die Freezers. Danach ging es aufwärts. 2013/14 gewann das Team die Hauptrunde, schlug im Viertelfinale Iserlohn mit 4:2 Siegen und verlor das Halbfinale mit 2:4 gegen den ERC Ingolstadt, den späteren Deutschen Meister. Näher an einen Titel kam der Club in der DEL nie.

Ein Abend ragt heraus. Am 4. Oktober 2011 bestritten die Los Angeles Kings im Rahmen der NHL Premiere ein Testspiel gegen die Freezers und gewannen 5:4. Ein weiteres Spiel eines NHL-Teams in der Arena kann ich nicht belegen.

Direkt nebenan stand seit dem 1. November 2008 die Volksbank Arena mit einer zweiten, rund 2.700 Quadratmeter großen Eisfläche. Den Bau für rund 15 Mio. Euro trug zum größten Teil die Alexander Otto Sportstiftung. Dort trainierten die Spieler der Freezers, dort gab es auch öffentlichen Eislauf. Später hieß die Halle q.beyond Arena (2020 bis 2023).

Barclaycard Arena: das letzte Kapitel mit Eis

Mitte 2015 endete der Vertrag mit O2, ab dem 1. Juli hieß die Halle Barclaycard Arena. Die Zuschauer blieben treu, der Schnitt der Saison 2015/16 lag bei 9.022, der zweitbeste Wert seit 2007/08.

Dann kam das Frühjahr 2016. AEG kündigte an, für den Hamburger Verein keine Lizenz mehr zu beantragen. Kapitän Christoph Schubert startete eine Spendenaktion, in vier Tagen kamen etwa 1,2 Millionen Euro zusammen. Es reichte nicht, am 24. Mai 2016 war Schluss. Die Hintergründe stehen im Beitrag über das Aus der Freezers 2016. Im selben Jahr verlor die Arena auch ihren zweiten Hauptmieter, die Handballer des HSV Hamburg.

Zuschauer: was die Freezers in den Volkspark zogen

Ein paar Werte aus der Zuschauerstatistik der Hauptrunde, jeweils Schnitt pro Heimspiel:

  • 2003/04: 12.055, der beste Wert der Vereinsgeschichte
  • 2004/05: 11.883
  • 2009/10: 6.993, der schwächste Wert
  • 2011/12: 9.221 bei 28 Heimspielen
  • 2015/16: 9.022 in der letzten Spielzeit

Bei Eishockey fasste die Arena 12.947 Plätze. Wikipedia nennt im Artikel zur Arena gerundet 13.000 für Eishockey, Handball und Basketball, bei Konzerten sind bis zu 16.000 möglich. Der Unterschied kommt vom Innenraum: Wo bei Konzerten Leute stehen, liegt bei einem Spiel die Eisfläche.

Gibt es noch Eishockey in der Barclays Arena?

Nein, jedenfalls nicht regelmäßig. Seit 2016 hat dort kein Profiteam mehr seine Heimat. Ein DEL-Spiel oder ein Länderspiel nach 2016 habe ich in den gängigen Quellen nicht gefunden, und auch 2026 trat die Nationalmannschaft aus Deutschland nach meinen Recherchen nicht in Hamburg an.

Das Eis im Volkspark ist inzwischen ganz verschwunden. Im Dezember 2023 kündigte die Alexander Otto Sportstiftung an, die frühere Trainingshalle wegen der hohen Energiekosten an den Hamburger SV zu übergeben. Die Mitglieder stimmten im Januar 2024 zu, im Frühjahr 2024 wurde die Eisfläche entfernt. Heute heißt der Bau HSV-Zentrum am Volkspark und dient dem Ballsport. Wo du in der Stadt heute noch Pucks fliegen siehst, steht auf der Seite Eishockey in Hamburg.

Meine Einschätzung: Profi-Eishockey in der großen Arena halte ich auf absehbare Zeit für unrealistisch. Es gibt keinen Hamburger DEL-Club. Ein Club bräuchte allein für die Hauptrunde 26 Heimtermine in einer Arena, die mit Konzerten und Handball gut belegt ist. Welche Ideen für eine Rückkehr es gab, sammelt der Beitrag zu Comeback und Nachfolgern.

Infografik: Zeitstrahl der Hallennamen von der Color Line Arena 2002 bis zur Sparda-Bank Arena 2027 mit den Eishockey-Jahren der Freezers
Fünf Namen, ein Bau: Die Eishockey-Jahre endeten 2016.

Die Arena heute: Handball, Konzerte, neuer Name

Statt Eis liegt heute oft Handballboden auf der Fläche. Das Finalturnier der EHF European League der Männer, die EHF Finals, findet seit 2024 in Hamburg statt. 2026 wurde am 30. und 31. Mai gespielt. Für 2027 hat der Europäische Handballverband die vierte Auflage in der Barclays Arena am 22. und 23. Mai bestätigt.

Dazu kommen Konzerte, Shows und Topspiele des HSV Hamburg. Seit 2024 tragen auch die Basketballer der Hamburg Towers einzelne Partien hier aus. Im Oktober 2018 zählte die Arena ihren 15-millionsten Besucher seit der Eröffnung.

Mit dem nächsten Namen beginnt die sechste Phase. Laut AEG heißt der Bau ab dem 21. Juli 2027 Sparda-Bank Arena, Partner ist die Sparda-Bank Hamburg. Eine Laufzeit nennt die Mitteilung nicht, sie spricht von einer langfristigen Partnerschaft.

Moderne Mehrzweckarena am Abend mit beleuchteter Glasfassade, Bäume eines Parks im Vordergrund, Besucher als unscharfe Silhouetten
Am Rand des Altonaer Volksparks: Die Arena liegt im Stadtteil Bahrenfeld.

Anreise in den Volkspark

Die Adresse lautet Hellgrundweg 44, 22525 Hamburg, im Stadtteil Bahrenfeld. Direkte Nachbarn sind das Volksparkstadion und das HSV-Zentrum am Volkspark. Die Anreisehinweise der Veranstalter nennen diese Wege:

  1. S-Bahn: S3 oder S21 bis Stellingen (Arenen), von dort pendeln an Veranstaltungstagen kostenlose Shuttlebusse.
  2. Metrobus: Linie 22 bis Hellgrundweg/Arenen, Linie 180 bis Am Volkspark.
  3. Auto: A7 bis zur Abfahrt Bahrenfeld, danach der Beschilderung folgen.

Bei vielen Veranstaltungen gilt die Eintrittskarte als HVV-Fahrkarte für Hin- und Rückweg. Schau auf dein Ticket, die Regel legt der Veranstalter fest.

Häufige Fragen

Wie viele Zuschauer passten bei Eishockey in die Arena?

Für Eishockey wird die Kapazität mit 12.947 Plätzen angegeben, der Wikipedia-Artikel zur Arena nennt gerundet 13.000. Bei Konzerten fasst die Halle bis zu 16.000 Menschen.

Wie hieß die Barclays Arena früher?

Sie eröffnete im November 2002 als Color Line Arena, hieß ab 2010 O2 World Hamburg und ab dem 1. Juli 2015 Barclaycard Arena. Seit Herbst 2021 trägt sie den Namen Barclays Arena.

Wer betreibt die Arena im Volkspark?

Eigentümer ist seit 2007 die Anschutz Entertainment Group (AEG), der Betrieb liegt bei der AEG Arena Hamburg GmbH. AEG war bis 2016 auch Eigentümer der Hamburg Freezers.

Wie komme ich mit Bus und Bahn zur Arena?

Mit der S3 oder S21 bis Stellingen (Arenen), von dort fahren an Veranstaltungstagen kostenlose Shuttlebusse. Alternativ hält der Metrobus 22 an der Haltestelle Hellgrundweg/Arenen.

Quellen

  1. Wikipedia: Barclays Arena
  2. Wikipedia: Hamburg Freezers (Zuschauerstatistik, Saisonstart 2002/03)
  3. Wikipedia: Volksbank Arena / HSV-Zentrum am Volkspark
  4. AEG: Sparda-Bank Arena – new name (23.06.2026)
  5. EHF: Barclays Arena set to host EHF Finals Men for fourth time
  6. Wikipedia: 2011 NHL Premiere
  7. Alte Vereinshistorie hamburg-freezers.de (Internet Archive, Snapshot 2007)

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